Was erleben wir auf unserem Arbeitsweg, wenn wir unsere Wahrnehmungskanäle öffnen?

… so in etwa war unsere „Hausaufgabe“; und hier unsere gesammelten Werke in Bild und Wort:

Arbeitsweg mit Musik

Ich kam heute früh wieder aus der Tür meines Hauses und erfreute meine Lunge mit der frischen Stadtluft. Die im Vergleich zur trockenen Heizungsluft meines Zimmers trotz der Kälte, wie eine Sommerbrise bei mir ankam. Dann machte ich mich auf den Dreiminutenweg von meiner Haustür zum S-Bahnhof. Vor der ersten Ecke hatte ich mir schon meine Sonykopfhörer über den Kopf gestülpt und damit meine Realitätswahrnehmung stark eingeschränkt, weil ich nur noch bassreiche Technomusik höre. Der Rest des Weges war für mich deswegen wie eine Halluzination, die an mir vorbeizieht bis zum Supermarkt am Südkreuz. Dort kaufte ich mir ein Getränk und nahm aus Höflichkeit der Kassiererin gegenüber, meine Kopfhörer kurz ab. Daraufhin ging ich wieder über den Bahnhof und dann zur Werkstatt.

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Anagramm der Ahnungslosigkeit

Zu sehen ist ein Bild, welches mi ´t Adobe Photoshop erstellt wurde. Auf schwarzem Hintergrund wirbeln sich rote und weiße Linien. Es sieht aus wie Gekritzelt, ein Chaos aus diesen drei Farben, schwarz, weiß, rot.
© VIA Blog-Redaktion

Auf der Zinne stehe ich und frage mich:
Warum nur ich?
Warum es alles mir passiert, warum es alles hier passiert.
Mich friert es schon bei dem Gedanken
An die imaginären Schranken
Unserer aller Wahrnehmung
Und ebendrum sitz ich nun hier
Und ritze, kritzle aufs Papier.
Freue mich des Lebens Wendung
Mein Bewusstsein voll auf Sendung,
eine Endung seh ich nicht. Weiterlesen →Anagramm der Ahnungslosigkeit

Nachtdenken

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Ich liege in meinem Apartment und starre an die Decke. Mein Apartment befindet sich im 523ten Stock in einer der Wohneinheiten im Distrikt 412 der Stadt. Eigentlich könnte ich mich ziemlich glücklich schätzen. Es ist ein Luxusapartment und verfügt damit sogar über einen eigenen Körperwaschautomaten und eine Fäkalienumwandlungseinrichtung, die ich mir mit niemandem teilen muss, so wie die armen Schweine ab dem 400ten. An die unteren 200 Stockwerke nahe der Oberfläche wage ich gar nicht erst zu denken.

Mein Leben spielt sich zum Glück weit oberhalb der kargen Oberfläche von Planet 4 ab. Ich arbeite in einer der zahlreichen, schwebenden Gasfarmen in der Nähe der äußeren Hülle der Atmosphäre von Planet 4. Mein Job ist es, mit meinem Team dafür zu sorgen, dass der Gasverlust der Atmosphäre durch unseren Abbau nicht zu deren langfristiger Destabilisierung führt. An und für sich ein leichter Job, da er im Wesentlichen darin besteht, die Tätigkeit der Umschichtungsroboter zu überwachen und diese gegebenenfalls zu warten. Die wenigsten Arbeiten, die auf Planet 4 und auf anderen Planeten der interstellaren Erdunion anfallen, werden noch ausschließlich von Menschen verrichtet. Meist sind wir nur bessere Handlanger der Maschinen, ohne die diese ihre Arbeit allerdings auf Dauer nicht verrichten könnten. Ich wollte nie Gasfarmer werden. Trotzdem…

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Reißfaden

Als ich dann aus dem Fenster sehe streift mein Blick flüchtig den Regen, der in wahrhaft kaskadenartigen Sturzbächen den Boden in einen Morast aus Schlamm und Blättern verwandelt, bevor er sich, wie üblich, auf die Aushänge an dem kleinen Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite fixiert, die Ich von hier aus zwar als interessantbunten Fleck sehen, aber nicht lesen kann. Es ist mir aber auch ziemlich egal, da ich ohnehin nur eine vorrübergehende Raststätte, eine bequeme Bank in der großen Wartehalle, zu der mein Leben geworden ist, ja, die es irgendwie schon immer war, suche.

In meinem Kopf herrscht Leere. Nicht die Art von Leere, die ein weißes Papier in eine Quelle der Inspiration verwandeln kann oder die angenehme Leere, die sich kurz nach dem ersten Überschwang eines gemeinsamen Orgasmus mit einem geliebten Menschen einstellt, sondern die Leere, die man am Ende eines langen Arbeitstages in sich fühlt, wenn man nach Hause kommt und niemand da ist, der bereits auf einen wartet.

Sanfte Gittarenklänge streichen durch mein Zimmer, durch mein Ohr. Jetzt gesellt sich eine wohlklingende, männliche Stimme hinzu, die kurz darauf von Geigen im tiefsten Moll gefolgt wird und die Beiden zusammen betupfen nun gemeinsam dieses kleine, zerbrechliche Arrangement mit einer sanften und dabei gleichzeitig doch geradezu herzzerreißenden Melancholie.

Wieder sehe ich nach draußen.

Wie gut ich diesen Ausblick kenne. Weiterlesen →Reißfaden

Lucky Strike

Ein Glückstreffer war das nun gerade wirklich nicht, als Ich mich vor mittlerweile vielen Jahren von guten Freunden, man kennt das, dazu drängen ließ, das Rauchen anzufangen. Das Rauchen anzufangen. Zunächst muss man Rauchen ja tatsächlich erst mal lernen. Ich kann mich, wie jeder Raucher, noch genau an meine allererste Zigarette erinnern. Damals vor dem Kino, das es jetzt schon seit Ewigkeiten nicht mehr gibt. Alles diesen blöden Cinestar-Wichsern zum Opfer gefallen. Wie auch immer. Ich stand also da mit meinen drei damals besten Freunden, zwei davon Raucher, wir wollten irgendeinen Film sehen und die beiden „mussten“ natürlich vorher erst noch schnell „eine qualmen“, wie man sagt. Ein Lungenbrötchen essen und so. Wie so oft damals bei solchen Gelegenheiten bekamen wir beiden Nichtraucher natürlich auch eine angeboten, denn: Die braucht man unbedingt, um cool zu sein. Anders: Keine Chance. Florian lehnte dankend ab. Ich griff zu. Weiterlesen →Lucky Strike

Wir leben in einer Zeit,
in der Dinge für viele Menschen mehr zählen
als ein Menschenleben.

In der imaginäre Linien
auf willkürlichen Karten
lebensbestimmend und freiheitsberaubend sind.

..

In der alte Menschen
an wechselnden Tischen
den Rhythmus festlegen, zu welchem die Mehrheit tanzen soll.
Was nie wechselt, sind die Motive dieser Menschen:
Gier nach Geld, Macht, die Befriedigung niedrigster Instinkte.
Was wechseln wird, entscheidest allein

DU SELBST. Weiterlesen →

Landesdenkmeisterschaften

Ich sitze am Fenster und die Füße baumeln im Regen. Dritter Stock. Wenn man wollte, könnte man mich springen glauben. Aber ich springe nicht. Bin bisher immer nur weit und hoch aber niemals hinab oder irgendwo hinaus gesprungen.

Weitsprung, Hochsprung, Landesmeisterschaften. Lauf! Spring! Und ich träume immer wieder, dass mir die Schuhe fehlen. Die richtigen Schuhe, die zum Laufen und Springen, diese mit den Spikes in der Sohle. Weiterlesen →Landesdenkmeisterschaften