„Von Weiß nach Schwarz nach Farbig“

Ein bewegtes Bild, welches als Gruppenübung im AktionsFeld Atelier entstand. Eine Weiße Fläche verschwindet durch schwarze Striche und Strukturen. Es kommen so viele schwarze Elemente zu dem Bild, dass die weiße Flächlich gänzlich schwarz wird. Dann erscheinen auf dem Schwarz bunte Formen. Nach und nach entsteht ein buntes Gemälde auf schwarzen Hintergrund.
künstlerische Gruppenübung „Von Weiß nach Schwarz nach Farbig“

 

Material: ein großes Blatt Papier, 100×140 cm; Farben (Grundfarben: Rot, Blau, Gelb dazu die Sekundärfarben Grün, Braun, Violett, Orange und Schwarz); Mischpaletten; mittelgroße Pinsel, breites Kreppband
Setting: Die Gruppe sitzt im Halbkreis im Abstand vor der Malfläche. Es werden zusätzlich zur Teilnehmerzahl zwei leere Plätze in den Sitzhalbkreis eingefügt. Das Papier wird auf der Wand mit Kreppband in Stehhöhe befestigt.
Übungszeit: 2,5-3 Stunden (inkl. Vor- und Nachbesprechung)
Arbeitsmodus: Ruhige konzentrierte Atmosphäre; kein Sprechverbot aber auch keine Zwiegespräche oder Austausch über den Arbeits- oder den Bildprozess

Anweisung für die Übung 1. Teil:

  • Montieren Sie bitte ein Blatt Papier, Größe 100×140 cm an die Wand.
  • Stellen Sie schwarze Farbe und einen mittelgroßen Pinsel bereit.
  • Suchen Sie sich einen Sitzplatz.
  • Achten Sie nun auf Ihren Impuls. Wenn sie aufstehen und gestalten wollen, tun Sie das und gehen zur Malfläche.
  • Tauchen Sie den Pinsel in die schwarze Farbe und gestalten Sie eine zusammenhängende Fläche auf der Malfläche. Lassen Sie sich die Zeit, die sie brauchen – arbeiten Sie jedoch flüssig und ohne große Überlegungen.
  • Alle Formen und Zeichen sind erlaubt mit Ausnahme von bekannten Zeichen und Symbolen, darunter Zahlen und Buchstaben.
  • Legen Sie dann den Pinsel beiseite und gehen auf einen anderen Platz zurück, als den wo Sie herkamen.
  • Beobachten Sie die Aktionen der anderen TeilenhmerInnen und die Entwicklung des Bildes aus Ihrer neu gewonnen Sitzposition und warten Sie, bis Sie den nächsten Impuls zum Vorgehn und Malen haben.
  • Gehen Sie dann erneut nach vorn und malen ein weiteres Zeichen auf die Bildfläche.
  • Lassen Sie die Formen nach und nach zusammenwachsen und die Fläche schließen und verdichten.
  • Eine Reihenfolge beim Vorgehen braucht nicht beachtet werden.
  • Es darf auch Pausen ohne Aktivität geben.
  • Der Bildprozess ist dann abgeschlossen, wenn die Bildfläche komplett schwarz ist. Hören Sie erst auf mit Vorgehen und Malen, wenn die letzte weiße Stelle geschlossen ist.

Fragen und Erfahrungsfelder:

  1. Wie und wo spüre ich den Impuls nach vorne zugehen?
  2. Wann folge ich meinem Impuls nach vorne zu gehen?
  3. Wie gehe ich damit um, wenn ich keinen Gestaltungsimpuls bekomme?
  4. Wie nehme ich die anderen TeilnehmerInnen war, während ich bei ihnen sitze, während ich vorn stehe und male, während ich sie beim malen beobachte?
  5. Wie entsteht das Zeichen, dass ich auf den Bildträger male?
  6. Wie schaue ich auf das entstehende Bild? Entwickelt sich eine Bildidee und wenn ja welche? Was geschieht in mir, wenn diese Bildidee gestört wird, wenn mir etwas nicht oder besonders gut gefällt?
  7. Gab es einen Punkt, an dem ich das Bild in seiner momentanen Entwicklung erhalten und damit nicht weitermalen wollte? Wie war es für mich, dass es dann trotzdem weiter ging?
  8. Was ging in mir vor als das Bild immer schwärzer und schließlich ganz schwarz wurde?
  9. Welche Auswirkung hatte der Perspektivwechsel in einer anderen Sitzposition?
Anweisung für den 2. Teil:
  • Suchen Sie sich eine Mischpalette und geben darauf drei verschiedene (Acryl-)Farben. Dazu benötigen Sie noch einen Pinsel in mittlerer Größe.
  • Achten Sie nun wieder auf Ihren Impuls. Wenn sie aufstehen und gestalten wollen, tun Sie das und gehen zur Malfläche.
  • Mischen Sie aus den vorhandenen Farben einen neue und malen damit eine zusammenhängende Fläche auf den schwarzen Bildgrund. Lassen Sie sich die Zeit, die sie brauchen – arbeiten Sie jedoch flüssig und ohne zu überlegen.
  • Alle Formen und Zeichen sind erlaubt mit Ausnahme von bekannten Zeichen und Symbolen, darunter Zahlen und Buchstaben.
  • Achten Sie darauf, dass Sie diesmal mit Ihrer Form keine Schnittfläche zu einer anderen Form herstellen, sondern dass immer ein schwarzer Abstand bleibt.
  • Legen Sie dann den Pinsel beiseite und gehen auf einen anderen Platz zurück, als den wo Sie herkamen.
  • Beobachten Sie die Aktionen der anderen TeilenhmerInnen und die Entwicklung des Bildes aus Ihrer neu gewonnen Sitzposition und warten Sie, bis Sie den nächsten Impuls zum Vorgehn und Malen haben.
  • Gehen Sie dann erneut nach vorn und malen eine weitere Farbfläche auf dem Bild zu gestalten.
  • Eine Reihenfolge beim Vorgehen braucht nicht beachtet werden.
  • Es darf auch Pausen ohne Aktivität geben.
  • Der Bildprozess ist dann beendet, wenn sie keinen Platz mehr für eine weitere Farbfläche sehen.
Fragen und Erfahrungsfelder:
  1. Wie entsteht Spannung, wie Harmonie?
  2. Was ist Farbharmonie und wie kommt sie zustande?
  3. Wie ist die Farbe im Bild verteilt?
  4. Welche Wechselwirkung gibt es zwischen den Farben? (Kontraste: Formenkontrast, Groß/Klein, Hell/Dunkel, Farbkontrast) Flächenverteilung, Musterbildung, Rhythmen, Strukturen)
  5. Wie und wodurch wird die Aufmerksamkeit über das Bild gelenkt?
  6. Wo liegt das Zentrum der Komposition?
  7. Wie kommt es dazu, dass ein gemeinsames Bild entsteht?

Eine Teilnehmerin schreibt:
An einem Mittwoch im März 2018 haben wir im Kunstatelier des Aktionsraums, wie fast jeden Mittwoch, wieder eine Gemeinschaftsübung gemacht, die Herr Schwarzenberger, unser Kunsttherapeut, anleitete.
Durch diese Übungen entstehen interessante Dinge und wir haben die Möglichkeit viel Neues dazuzulernen, wie Techniken, Materialien und Vorgehensweisen. Wir wussten noch nicht was auf uns zukommt. Die Vorbereitungen bestanden darin, schwarze Acrylfarbe und große Pinsel bereitzustellen. An die Wand wurde ein etwa 1m x 1,40m großes Blatt Papier befestigt. Wir saßen im Halbkreis vor dem noch weißen Papier und sollten nun beginnen, nacheinander zusammenhängende Formen, beliebiger Art, auf das Blatt zu malen. Nach jeder Form sollte der Platz und somit auch die Sicht auf das Entstehende gewechselt werden. So füllte sich nach und nach das Bild mit verschiedenen Formen, die langsam verbunden wurden. Zuerst lief die Übung etwas zäh und es war auch nicht klar worauf das Ganze hinauslaufen sollte. Als dann aber Herr Schwarzenberger offenbarte, dass es auf eine komplett schwarze Fläche hinausläuft, wurden die Formen und Verbindungen schnell größer und flächiger. Nach gut 2 Stunden war das Blatt schwarz und wir konnten eine wohlverdiente Pause machen. Die Stimmung war allgemein recht zufrieden. Nach der Pause kam Teil 2 der Übung. Dazu sollte sich jeder von uns drei Farben aussuchen, die wir wiederum zu neuen Farben mischen sollten. Nun entstanden mit immer wieder neuen Farben neue Formen auf dem schwarzen Hintergrund. Die bunten Stellen sollten aber nicht das ganze Papier bedecken, sondern das Schwarz sollte in den Zwischenräumen durchscheinen. Teil 2 ging bedeutend schneller voran als der erste, sodass schon bald ein buntes, farbenreiches Bild entstand. Die Arbeit an dem Werk dauerte insgesamt 3 Stunden. Nachdem wir uns das Endprodukt noch betrachteten und über unsere Empfindungen beim Malen gesprochen hatten gingen alle ihrer Wege.

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