Einmal in der Woche wird im Atelier im Zentrum AktionsRaum eine Gruppenübung angeboten. Die Übungen sind experimentelle, künstlerische Forschung, Gruppen verbindende, Beziehung stiftende Einheiten. Sie beschreiben eine Suchbewegung auf dem unsicheren Terrain künstlerischen Schaffens, die auch Suche bleiben darf, wo Fragen gestellt werden, die keine Antworten finden und dennoch immer neue Versuche gewagt werden. Es werden künstlerische Kompetenzen angeeignet, Gesetzmäßigkeiten und Eigenarten erkundet, Lücken und Zwischenräume entdeckt.

Dabei entstehen häufig Werke mit multipler Autorenschaft, die das Sich-Einlassen, Erfahrungen von Ent- und Begrenzung enthalten aber auch Bedürfnissen der TeilnehmerInnen z.B. nach Differenzierung und Unterscheidung Rechnung tragen.
Die Übungen unterbrechen regelhafte und routinebehaftete Abläufe, reißen die TeilnehmerInnen aus ihrem Gewohnten heraus und führen hinein ins Sein des Augenblicks. Sie lösen die TeilnehmerInnen aus der Überfrachtung von Authentizitäts- und/oder Kunstansprüchen und verschieben Aufmerksamkeit von Ergebnisorientierung hin zu Erfahrungsqualitäten von Materialität, Körperlichkeit und Begegnung mit sich selbst und anderen. Die Ergebnisse der Übungen machen Komplexität fühl- und sichtbar und legen Zeugnis ab von der Präsenz ihrer Urheber und ihren Prozessen.

Die Vorgehensweise ist ein gruppendynamisches Abenteuer, bei dem sich alle Beteiligten in kleinen überschaubaren Dosen auf etwas Unbekanntes und Ungewisses einlassen und in einem experimentellen Setting (neue) Erfahrungen machen, die durch ein einfaches Regelwerk so geführt werden, dass sie die benötigte Sicherheit bieten.
Wer gestaltet, wird mit sich selbst konfrontiert, tritt mit sich selbst in Beziehung, nimmt Fühlung auf. Es kommt dabei nicht darauf an, ein Ergebnis zu erzielen, welches ästhetischen Maßstäben gerecht wird. Es geht vielmehr um Selbststrukturierung und einen selbstorganisatorischen künstlerischen Prozess.
Auch wenn die Übungen innere Reflexionsprozesse in Gang bringen können, sind sie weder psychologisch analytisch noch in irgendeiner Form aufdeckend angelegt. Das therapeutische Agens ist vielmehr die Selbstrealisation im Sinne eines personalen und transpersonalen Wachstums.

Eine Gruppenübung besteht im wesentlichen aus drei Phasen: 1. Vorgespräch und Anweisung; 2. Prozess; 2. Nachbesprechung und Reflexion. Bei längern Übungen gibt es auch zwischendurch eine Pause.

Übungen:

Eckhard Schwarzenberger
Dipl. Kunsttherapeut/ Kulturmanager/ Produktentwickler