Was erleben wir auf unserem Arbeitsweg, wenn wir unsere Wahrnehmungskanäle öffnen?

… so in etwa war unsere „Hausaufgabe“; und hier unsere gesammelten Werke in Bild und Wort:

Arbeitsweg mit Musik

Ich kam heute früh wieder aus der Tür meines Hauses und erfreute meine Lunge mit der frischen Stadtluft. Die im Vergleich zur trockenen Heizungsluft meines Zimmers trotz der Kälte, wie eine Sommerbrise bei mir ankam. Dann machte ich mich auf den Dreiminutenweg von meiner Haustür zum S-Bahnhof. Vor der ersten Ecke hatte ich mir schon meine Sonykopfhörer über den Kopf gestülpt und damit meine Realitätswahrnehmung stark eingeschränkt, weil ich nur noch bassreiche Technomusik höre. Der Rest des Weges war für mich deswegen wie eine Halluzination, die an mir vorbeizieht bis zum Supermarkt am Südkreuz. Dort kaufte ich mir ein Getränk und nahm aus Höflichkeit der Kassiererin gegenüber, meine Kopfhörer kurz ab. Daraufhin ging ich wieder über den Bahnhof und dann zur Werkstatt.

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Impressionen der Resonanzerfahrung

Impressionen der Resonanzerfahrung
Zur Ausstellung am 18.10.2018

Zur Orientierung mag noch erklärt werden, dass ich die Zeit der Ausstellung mittendrin mit einem Klemmbrett, Papier und Stift verbrachte und das Folgende im Verlauf darnieder schrieb.

Herrn Sternbecks Neugierde
„Was machen Sie jetzt?“, ich: „Stimmungen einfangen“
„find ich gut“
Herr Sternbeck zufrieden lächelnd, gehend

CHF_6236Unbekannter Herr:
Erzählt (auf Nachfrage): Er sei grad angekommen, war eben im Maschinenraum.
Dann Herr Sternbeck aus dem Schleifraum kommend
„Wollen Sie gleich hier rein, der Gegensatz – ist beeindruckend – wie es sich anhört!“
Unbekannter Herr geht in den Schleifraum

CHF_6178


Mal mehr mal weniger Leute in den Räumen, auf dem Gang – gemächlich, neugierig

Unbekannter Herr wieder aus dem Schleifraum
„Beim Vortrag, toller Input, fands gut – fands hilfreich, um die Infoaufsteller besser zu verstehen.
Ansonsten schöne Installationen hier in der Werkstatt.“ Weiterlesen →Impressionen der Resonanzerfahrung

Meine eigenen Wohnungen

Ich habe bis zu meinem 18. Lebensjahr bei meiner Mutter gewohnt. Meine Eltern haben sich getrennt und geschieden als ich sechs war. Ich habe mich für meine Mutter entschieden, weil ich mit ihr besser klar kam als mit meinem Vater. In der dritten Klasse bin ich mit ihr von Wedding nach Steglitz gezogen. Ich bin in Steglitz bis zur 8. Klasse auf die Realschule gegangen und habe danach ein Aufbaugymnasium bis zur 10. Klasse besucht. In der 11. Klasse bin ich auf mein „Traumgymnasium“, die Beethoven Schule in Lankwitz gegangen. Ich hatte meine erste Freundin kennengelernt und habe mit ihr angefangen zu kiffen. Ich bin nicht mehr regelmäßig zur Schule gegangen und habe mich immer vom Arzt krankschreiben lassen und bin in der Schule nicht mehr am Ball geblieben. Ich habe es nur bis zur 12. Klasse geschafft und hatte dann nicht mehr genug Punkte für das Abitur.

©Kirca

Als ich bei meiner Mutter gegen den Schreibtisch getreten habe, weil ich nichts zu rauchen hatte, hat meine Mutter mich auf die Straße geworfen. Damals war ich schon volljährig. Ich bin in ein Obdachlosenheim und danach in ein Übergangswohnheim in Wedding vom internationalen Bund gekommen. Mein Vater hat mich dort rausgeholt und mir meine erste eigene Wohnung in Neukölln verschafft. Schon als ich mit meiner ersten Freundin gekifft hatte, hatte ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt mit mir.  Weiterlesen →Meine eigenen Wohnungen

Eckhard, erzähl mir mehr – Teil II des Interviews

In wenigen Tagen wird das VIA Zentrum AktionsRaum zu einem offenen Erfahrungsraum. Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mit Eckhard Schwarzenberger wie die Idee zur Ausstellung entstand, warum es bei einem solchen Projekt auf gute Teamarbeit ankommt, lesen sie außerdem von besonders berührenden Momenten und werden Sie neugierig auf die Erfahrung des kontrollierten Kontrollverlustes.

Wie kam die Idee des Konzepts zustande?

Das Konzept entwickelte sich aus einer Ideenfindung, die wir gemeinsam als Team des Zentrums AktionsRaum während einer Sitzung hatten. Es war eines der seltenen Momente, in der ein Team in eine Erfahrung kommt, die am besten mit den Begriffen Flow oder eben Resonanzerfahrung beschrieben werden können. Marie-Louise Herrmann hat das ganz schön im Katalog, der zur Ausstellung erscheint, beschrieben. Diese damals geborene Idee nach und nach zu einem Konzept weiterzuentwickeln und in konkrete Rauminstallationen, eine künstlerische Gestaltung zu überführen war dann meine Aufgabe. Ich konnte dabei vor allem auf Klient*innen aus dem Aktionsfeld Foto und Digitales Design bauen. Denn die Interviews, Filme und Tonaufnahmen wurde alle hier gefertigt. Zudem haben wir mit Luisa Wein, Maria Schwarzenberger, Amine Bedia und Karsten Giertz ein wunderbares Team gebildet, dass das Ganze nun realisiert. Und die anderen Kolleg*innen vom Zentrum AktionsRaum halten uns dafür den Rücken frei, eine ganz ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Wie lange haben die Vorbereitungen zu der multimedialen Installation gedauert? Weiterlesen →Eckhard, erzähl mir mehr – Teil II des Interviews

Erzähl mir mal was – Eckhard Schwarzenberger

Die Woche der seelischen Gesundheit rückt näher und im Zentrum AktionsRaum dauern die Vorbereitungen für den 18. Oktober noch an. Vieles aber ist auch schon geschafft. Vorab zur Ausstellung haben wir Eckhard Schwarzenberger (organisatorische Leitung und Kurator) einige Fragen gestellt und interessante Antworten erhalten. Lesen Sie heute von starken Geschichten, vom innerlichen Mitschwingen und von Räumen, die Sie einladen, etwas zu erfahren.

Eckhard, die Ausstellung lädt ein unter dem Titel: Erzähl mir mal was – Resonanzserfahrungen im Zentrum AktionsRaum. Was darf man sich darunter vorstellen?

Wir bilden unsere Identität indem wir unser Leben als Geschichte erzählen. Diese Erzählung muss zuallererst uns selbst überzeugen. Wir bringen darin die Ereignisse unseres Lebens in einen sinnvollen Zusammenhang. Ob sie immer mit historischen Fakten übereinstimmt ist dabei zweitrangig. Denn unsere Erinnerung arbeitet konstruktiv. Es geht eher darum, welche Bedeutung wir den Ereignissen und Erfahrungen geben.
Was für Individuen gilt kann auch auf Institutionen und Organisationen übertragen werden. Starke Geschichten machen starke Identitäten. Wir glauben, dass das Zentrum AktionsRaum in seiner jungen Geschichte schon eine starke Erzählung entwickelt hat. Diese wollen wir in der Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen.

Weiterlesen →Erzähl mir mal was – Eckhard Schwarzenberger

Resonanz – Was ist das?

Im AktionsRaum laufen wir hochtourig. Es ist noch August und wir denken schon in den Oktober. Denn im Oktober wird die Woche der seelischen Gesundheit stattfinden, in deren Rahmen im VIA Zentrum AktionsRaum eine Ausstellung narrativer Art veranstaltet wird und erlebt werden darf. Das alles wird sich unter dem Titel > Erzähl mir mal was: – Resonanzerfahrungen im VIA Zentrum AktionsRaum < ergeben.

Es ist ein Foto zu sehen, darauf zwei schwebene Balken auf unterschiedlicher Höhe. Auf jedem Balken steht eine Papierfigur und streckt den Arm aus. Die Figur auf den unteren Balken hält den Faden in der Hand.
Banksy-Schablone Mädchen mit Ballon

RESONANZ ist das Wort, welches sich wie ein roter Faden durch die geplante Aktion zieht. Ein Faden, der sich zwischen Mensch und Mensch oder Mensch und Objekt spannt, ein Faden, der zittert und vibriert, wenn einer an den Spannungsenden daran zieht oder loslässt. Ein verbindender, ein schwingender, ein rückwirkender Moment.

RESONANZ, was ist das eigentlich, was bedeutet das Wort? Weiterlesen →Resonanz – Was ist das?

Upcycling

UPCYCLING

„Was ist das überhaupt?“

Das ist eine hochfrequentierte Frage, die mir unter Erwähnung dieses Begriffes begegnet. Oft versuche ich eine Brücke über den Begriff des Recyclings zu schaffen, da sich dieser einer breiteren Bekanntschaft erfreut.
Tatsächlich fällt das Upcycling ins Spektrum des Recycling, was wiederum nichts anderes bedeutet als Wiederverwertung.
re- = wieder, zurück (< lateinisch re-); cycle = Kreis(lauf) < lateinisch cyclus;
up- = hinauf, nach oben
Beim Recycling geht es also um die Wiederverwertung von Abfällen im Allgemeinen, das vor allem zur Schonung von Rohstoffen, durchaus auch zur Reduzierung von Müll. Im Upcycling kommt zur Wiederverwertung eben noch eine Aufwertung hinzu.
Es werden hier also aus Abfällen und unnützen Materialien neue Produkte hergestellt.
Natürlich kommt dem pfiffigen Fragesteller gerne eine weitere Frage herausgeplatzt: „Gibt es dann nicht auch das Downcycling?“ – JA!, das gibt es tatsächlich, aber darauf werde ich in diesem Artikel nicht weiter eingehen.

Wie kam ich zum Upcycling und welche Bedeutung hat es für mich? Weiterlesen →Upcycling