Mein Praktikum

Aus dem Leben gegriffen und über den Alltag berichtet. Was erlebt man während eines Praktikums im Lwerks … cultur, einem Café und Restaurant am Rathaus Neukölln?

Ein Text von I. Hennemann

Die Öffnungszeiten im Café Lwerk haben sich geändert. Montags fange ich um 10 Uhr an, mein Fahrweg beträgt 45 Minuten und ich muss viel stehen und laufen. Das längere Stehen ist anstrengend. Ich muss das schmutzige Geschirr kurz abspülen und dann in die Spülmaschine tun. Die Haupttätigkeit besteht im Abtrocknen. Es sind sehr viele Gläser, die ich polieren muss. Manchmal muss ich auch etwas aus dem Lager holen oder den Koch unterstützen und ein Rührei zubereiten. Ich durfte auch einmal Keksplätzchen ausstechen. Was auch zu meinen Tätigkeiten gehört, ist das Wäscheaufhängen und die Wäsche zusammenlegen. Um halb eins gibt es ein gutes Mittagessen, meist mit Salat. Einen Espresso bitteZwischendurch sollen wir viel Selters trinken. Manchmal darf man auch einen Cappuccino trinken. Weiterlesen →Mein Praktikum

2. Nachtrag zu „Meine eigenen Wohnungen“

 

Es ist nun eineinhalb Jahre her, seit ich vom betreuten Wohnen aus der 2er WG in Neukölln, wo ich mit einer guten Freundin vier Jahre zusammen gelebt hatte, in meine eigene Wohnung in Lichtenberg gezogen bin.
Es war eine schöne Zeit in der WG. Wir waren der Mittelpunkt der Glasower Straße. Alle kamen zu uns, auch meine Nachbarin, die von morgens bis abends jeden Tag bei uns war und bei uns übernachtet hatte. Sie fühlte sich bei sich in der Wohnung nicht wohl und hatte uns, wo sie immer hin gehen konnte. Wir haben zusammen Filme und Serien bei Youtube geschaut, Musik gehört oder einfach so im Internet gesurft. Alle haben bei uns telefoniert und mein WLAN benutzt, haben bei uns Tabak und Blättchen, Essen und Geld bekommen, wir haben zusammen gekocht oder ich habe für alle Cheeseburger, Hot Dogs und Toast Hawaii gemacht oder wir haben uns Essen geholt beziehungsweise bestellt und zusammen gegessen. Sogar der Vater von meiner guten Freundin kam mit Koffern bepackt und hat bei uns wochenlang gewohnt, was dann doch ziemlich anstrengend war. Also dachte ich mir, ich suche mir meine eigene Wohnung, um mit meiner Nachbarin meine Ruhe zu haben. Doch die Sache ging irgendwie nach hinten los. Weiterlesen →2. Nachtrag zu „Meine eigenen Wohnungen“

Unterwegs mit der Wandergruppe „Die Selbstläufer“

Einladung zur ersten Wanderung der VIA-Wandergruppe "Selbstläufer". Am Freitag, de 05.10.2018 startet die Gruppe gemeinsam um 13 Uhr am Eingang des S-Bahnhofs Heerstraße. Die Wanderung dauert ca 2 Stunden. Es werden 6,4 Kilometer gewandert. Die Wanderung führt die Gruppe auf den Drachenberg. Von dort kann ein wunderbarer Blick über Berlin genossen werden. Festes Schuhwerk, warme Kleidung, Getränk und etwas zum Essen sind mitzubringen.Im Oktober des vergangenen Jahres traf sich die Gruppe „Selbstläufer“ das erste Mal zur gemeinsamen Wanderung. Klient*innen und Anleiter*innen aus den Neuköllner Projekten haben im Rahmen der AG Perspektivwechsel die Gruppe gegründet.

Über 215 Stufen geht es hinauf auf den 99m hohen Drachenberg, der im Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf in Berlin liegt. Der Drachenberg entstand, wie der benachbarte Teufelsberg, nach dem Zweiten Weltkrieg aus Trümmerschutt. Anders als bei seinem höheren Nachbarn sind seine Hänge im oberen Bereich kahl, sodass die Erhebung Aussichtsmöglichkeiten in alle Richtungen bietet. Weiterlesen →Unterwegs mit der Wandergruppe „Die Selbstläufer“

Das neue Jahr und meine Entscheidungen

 

Das neue Jahr ist jetzt schon wieder ein paar Wochen alt und die Feiertage scheinen weit weg. Für mich aber waren die Weihnachtszeit und das Silvesterfest im Jahr 2018 anders als sonst und deswegen irgendwie auch etwas Besonderes.
Durch den Kontaktabbruch zu meinem Vater und Bruder, habe ich das erste Mal ohne Familie gefeiert, dafür mit meinem Freund und meinen beiden Katzen.
Äußerlich verliefen die Tage ruhig, aber in meinem Innersten gingen die Gefühle und Gedanken zurück in meine Vergangenheit. Musiksendungen im Fernsehen brachten Erinnerungen hervor und die Nächte wurden unruhig. Weiterlesen →Das neue Jahr und meine Entscheidungen

„Die grüne Seite der Stadt“

Erste Impressionen unserer Teilnehmer*innen des neuen Aktionsfeldes Garten- und Landschaftsbau

Ende Mai 2018 erkundeten wir, Klient*innen und Leitungskräfte des Zentrums AktionsRaumes die nähere Umgebung und entdeckten 5 Minuten von der Stadtautobahn entfernt eine kleine, grüne Oase.

Das 2500 qm große Gelände beeindruckte uns nachhaltig, sodass wir im Sommer 2018 den Kontakt zum Leiter der Gartenarbeitsschule suchten und das Konzept des Zentrums AktionsRaum vorstellten. Daraus entstand die Idee einer Zusammenarbeit, die im Oktober 2018 verwirklicht wurde.

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Nachtrag : „Meine eigenen Wohnungen“ und „Kreuz, Kreis und Ecke“

Ich möchte nun zu meinen bisherigen Beiträgen einen aktuellen Nachtrag vorstellen – wie ich inzwischen über die Burg denke und wie ich in meiner eigenen Wohnung angekommen bin:

Immer wenn ich kiffe, wird das Thema „Doppelkreuzritterburg“ sehr stark und intensiv. Das kommt mir natürlich sehr verdächtig vor und deswegen habe ich das Kiffen so gut wie es ging, gemieden. Ich hatte vor Jahren eine Suchttherapie im Therapieladen erfolgreich beendet und habe drei Jahre gar nicht gekifft, allerdings einen Rückfall gebaut und dann anderthalb Jahre wieder nichts genommen. Rückfälle hatte ich öfter und sogar die Therapie erneut beantragt. Ich mache aber die Therapie trotzdem nicht noch einmal, weil ich der Meinung bin, dass ich sie schon erfolgreich beendet habe und ja weiß, dass ich nicht mehr kiffen sollte und im Therapieladen gelernt habe, dass nicht gekifft wird.

Dass Berlin eine Burg in der Brandenburg ist, denke ich zwar irgendwie immer noch aber den Gedanken, dass ich telepathische Kräfte hätte, obwohl ich weiß, dass das gar nicht funktioniert, was ich da denke, habe ich fast überhaupt nicht mehr. Darüber freue ich mich natürlich sehr und möchte auch deswegen nicht mehr kiffen, weil es sonst wieder intensiver wird. Ich fühle mich zurzeit sehr stabil und nehme weiter gerne die hohe Dosis Risperidon (4mg morgens und 4mg abends), weil es irgendwie jeden Tag besser wird. Weiterlesen →Nachtrag : „Meine eigenen Wohnungen“ und „Kreuz, Kreis und Ecke“

Kreuz, Kreis und Ecke

Ich leide unter einer paranoiden Schizophrenie und bekomme dagegen Resperidon. Das hat mich wieder so gut wie gesund gemacht. Es bleiben aber wohl immer Reste der Psychose. Meine Gedanken kann ich meistens mit niemandem teilen, möchte das aber gerne trotzdem probieren, vielleicht kann ja jemand nachvollziehen was ich denke.
Meine Psychose zeichnet sich darin aus, dass ich denke, dass wir in einer modernen Doppelkreuzritterburg leben mit Schiffen von Piraten auf künstlichem Wasser (Autos). Weiterlesen →Kreuz, Kreis und Ecke