Ich möchte nun zu meinen bisherigen Beiträgen einen aktuellen Nachtrag vorstellen – wie ich inzwischen über die Burg denke und wie ich in meiner eigenen Wohnung angekommen bin:

Immer wenn ich kiffe, wird das Thema „Doppelkreuzritterburg“ sehr stark und intensiv. Das kommt mir natürlich sehr verdächtig vor und deswegen habe ich das Kiffen so gut wie es ging, gemieden. Ich hatte vor Jahren eine Suchttherapie im Therapieladen erfolgreich beendet und habe drei Jahre gar nicht gekifft, allerdings einen Rückfall gebaut und dann anderthalb Jahre wieder nichts genommen. Rückfälle hatte ich öfter und sogar die Therapie erneut beantragt. Ich mache aber die Therapie trotzdem nicht noch einmal, weil ich der Meinung bin, dass ich sie schon erfolgreich beendet habe und ja weiß, dass ich nicht mehr kiffen sollte und im Therapieladen gelernt habe, dass nicht gekifft wird.

Dass Berlin eine Burg in der Brandenburg ist, denke ich zwar irgendwie immer noch aber den Gedanken, dass ich telepathische Kräfte hätte, obwohl ich weiß, dass das gar nicht funktioniert, was ich da denke, habe ich fast überhaupt nicht mehr. Darüber freue ich mich natürlich sehr und möchte auch deswegen nicht mehr kiffen, weil es sonst wieder intensiver wird. Ich fühle mich zurzeit sehr stabil und nehme weiter gerne die hohe Dosis Risperidon (4mg morgens und 4mg abends), weil es irgendwie jeden Tag besser wird.

Inzwischen bin ich nicht mehr bei VIA Perspektiven sondern werde von Pinel betreut
und mag meine Wohnung in Lichtenberg richtig gerne. Daran, dass der Bus direkt vor
meinem Fenster tagsüber alle 10 Minuten hält, habe ich mich gewöhnt und höre ihn
gar nicht mehr so. Genauso wenig höre ich inzwischen wie die Briefkästen im Hausflur und
die Haustür geöffnet und geschlossen werden. Es ist eine richtig nette, hübsche und tolle
Wohnung, die ich jetzt habe. Ich hatte in der WG von VIA Perspektiven nicht richtig meine
Ruhe, es kam immer unerwarteter Besuch von VIA Klienten, wie ein Überfallkommando.
Jetzt in Lichtenberg klingelt es fast gar nicht mehr an der Tür, höchstens der Postbote oder
Nachbarn, die ihr Paket abholen möchten und ich bin richtig zur Ruhe gekommen. Wenn
ich mich alleine fühle, war es zwar in Neukölln besser aber ich kann jederzeit zurück in
meine Heimat, eine halbe Stunde mit Bus und Bahn fahren. Bei meinen alten Nachbarn bin ich immer herzlich willkommen und lerne bestimmt auch noch Leute in Lichtenberg kennen, außerdem kommen mich auch viele tolle Freunde besuchen. Mit der Betreuung von Pinel bin ich mehr als zufrieden und finde, dass mein Wohnbetreuer ein ganz toller Mensch ist.
Ich schreibe trotzdem noch weiter für den VIA Blog und habe über Facebook Kontakt zu einem ehemaligen Leiter des Fotografie-Bereichs vom Zentrum AktionsRaum, der inzwischen bei Karuna e.V. arbeitet. Ich verkaufe als Zuverdienst den „Karuna Kompass“ und die „Motz“ mit einem ehemaligem Kollegen vom AktionsRaum.
Ich führe also zur Zeit ein sehr schönes und zufriedenes Leben 🙂 .

Patrick Jänke


Hier gehts zu den Beiträgen „Meine eigenen Wohnungen“ und „Kreuz, Kreis und Ecke“

Meine eigenen Wohnungen
Wappen mit Kreuzen in unterschiedlichen Farbschattierungen.
Kreuz, Kreis und Ecke

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