AG „Perspektivwechsel“ 03.09.2018  und das erste Vorbereitungstreffen zur Wanderung

Im „Perspektivwechsel“ des 03.09.2018 schauten wir uns noch vor Beginn zu 16 Uhr erstaunt an und um, um uns von der Teilnehmerzahl zu überzeugen.Wir waren zu fünft.
Ein kurzer Austausch genügte um festzustellen, dass alle mit mehr Teilnehmern rechneten. Sämtliche Moderatoren waren krank, potenzielle Interessenten waren anderweitig eingespannt – leichte Zweifel um die Sinnhaftigkeit des Treffens kamen in mir auf. Wir wollten uns trotzdem kurz zusammensetzen, wenn wir doch schon mal da sind.

Und wir konnten die Zeit ordentlich füllen.

Frau Kanter und ich repräsentierten vor allem den Blog, was Frau Kanter auch ausführlich meisterte. Neben den Themen, die hätten besprochen werden können, interessierte mich auch brennend wie VIA eigentlich von innen aussieht. Hier bei VIA gehe ich über eine Heilmittelverordnung zur Ergotherapie und dreimal die Woche in die Aktionsfelder, aber mehr habe ich auch nicht mit VIA zu tun und werde über die Pinel gGmbH betreut. Daher war es besonders spannend zu erfahren, dass besonders Gruppen von, für und mit Klienten initiiert werden. Nicht nur Ideen, Anregungen, sondern auch die Planung beruhen mitunter eben auch auf das Tun der Klienten. Mich begeisterte dieses Konzept sofort.

Wie verlief das Treffen zur AG „Perspektivwechsel“

Wir setzten uns in den Gruppenraum in einen kleinen Kreis zusammen und besprachen zuerst das wichtigste Thema: die „Selbstläufer“ und ihre 1. Wanderung.

Mit „Alle wollten was machen“ und „von der Couch kommen“ waren einst die ersten Gedanken zur Wanderung getan. Und nachdem die Aktivität des Wanderns feststand, ging es an die ersten Planungsgedanken – es sollte eine gängige Strecke sein; es sollte ein Freitag sein, damit der nächste Tag frei ist; welche Uhrzeit ist die Richtige? – Früher am Tag bei Tageslicht, aber mit dem Risiko, dass Interessierte, die arbeiten, nicht kommen könnten oder am Nachmittag, mit der Hoffnung auf eine höhere Teilnehmerzahl, aber im Dunkeln beziehungsweise während der Dämmerung; das ein gemeinsames Kaffeetrinken im Anschluss ein schöner Abschluss wäre.

Frau Kanter und ich stellten den Blog vor, luden zur Beteiligung und Teilhabe ein und zogen mit der geschlossenen Gruppe in den Computerraum um den Blog gleich zu zeigen. Unser Fünfer-Grüppchen erhielt Zuwachs durch einen Interessierten und einen Hund. Dann zogen wir alle wieder rüber in den Gruppenraum und sprachen eine Menge über VIA, Wünsche und das Wetter.
Zu 17:20 Uhr entschieden wir uns das Treffen für dieses Mal zu beenden und so stapelten wir die Stühle wieder aufeinander, schauten uns im Vorraum die Pinnwand an und verließen darauf schließlich die BTS.
Zusammengefasst, war die AG an diesem Nachmittag ruhig, gesprächig, offen und informativ.

Das besondere am Perspektivwechsel & meine Sicht

Die AG „Perspektivwechsel“ stellt eine Plattform zum kreativen Austausch, zu Ideen für projekt-übergreifende Angebote, als auch projekt-interne Angebote, wie Ausflüge, Kaffeerunden, Aktivitäten und Austausch, dar.

Und wie eben schon erwähnt, funktioniert auch der Perspektivwechsel durch und mit dem Engagement, Teilnahme, Ideen, Wünschen, Interessen und Gedanken der Klienten. Die Idee hinter diesem Modell ist diese, dass das übliche Verhältnis zwischen Betreuern/VIA Mitarbeitern und Klienten/Betreuten zugunsten der Gleichstellung, der Wünsche, Ideen, Fähigkeiten, Interessen, aufgehoben wird. Es ist somit viel Eigenverantwortung der VIA-Klienten gefragt, was eben drum viel Raum bietet, sich selbst als (mit)verantwortlich zu betrachten.
Sich selbst als Akteur und Gestalter, als Gehörter, Zuhörer, Teilnehmer, Mitinteressent erleben zu können. Im Gegensatz zu allein „fremdmoderierten“ Gesprächsgruppen, Aktionen, Ausflügen für Klienten in der immer gleichen Position – der des Klienten, des Hilfebedürftigen, des Patienten. In diesem Gegensatz, in dem Ideen und Planungen dem Klienten schon fertig präsentiert werden, in dem er sich nur noch zur Teilnahme oder dagegen entscheiden muss. So wie es die Regel darstellt.

Natürlich hielt ich die Darstellung dieses Regelfalls absichtlich düster, Zwecks der Verdeutlichung. Der Regelfall funktioniert schließlich auch, nur eben begrenzt. Es gibt auch Menschen, die sich manchmal nicht dazu in der Lage sehen, ihre Interessen, Wünsche, und Bedürfnisse zu erkennen und es dann einfach nur wichtig ist überhaupt Rauszugehen, an etwas Teilzunehmen.
Doch ein Verharren in dieser Bedürftigkeit, der Ansprüche dieser, außerhalb dieser Ausnahmesituation, gestalten sich für das Selbstbild und für die eigene Selbstwirksamkeitserwartung als sperrig.

Das ist auch der Umstand, der mich am Konzept des „AG Perspektivwechsel“ begeistern lässt. Ein Aufatmen aus dem Druck einer einzigen Perspektive.

Zum Besprochenem

Nach dem Austausch über die „Selbstläufer“ und dem Blog, trat vor allem der deutliche Wunsch nach Kommunikation hervor. Es wurde bemängelt, dass Ausflüge, Projekte, Aktionen, Mitwirkungsgelegenheiten und so weiter, häufig nicht weit genug verkündet werden. Was die allgemeine Teilnahme drückt, obwohl höhere Teilnahmen gewünscht sind.

Ideen kamen auf, wie sich diese Informationslücken beheben lassen könnten.
Ein VIA – Informationszentrum, Flyer (und die Verteilung dieser), mehr Initiative von VIA-Mitarbeitern oder gar einen Info Beauftragten. Letzteres war eine Spaß-Idee, wenn auch eine coole.
Frau Kanter brachte an, dass der Blog erst einmal für einen Teil Stopfung dieser Informationslücke dienen kann. Auch, dass eine Anleitung à la „Wie beteilige ich mich am Blog“ in der Infobox des Blogs, hilfreich wäre, die Hürden zu senken. Das sowohl Klienten als auch VIA-Mitarbeiter Beiträge und Informationen an den Blog herantragen könnten um mehr Reichweite für Projekte, Aktionen oder ganz eigene Themen zu erreichen.

Auch Überlegungen, wie es zu diesem Missstand kommt, wurden laut. Da sind einmal personelle Lücken (durch Krankheit, Urlaub, Fluktuation, Mangel an Zeit), keine klaren Zuständigkeiten der VIA Mitarbeiter oder auch mangelnde Eigeninitiative der Klienten (z.B. in der BTS einfach auf die Pinnwand schauen).

Wehmütig und schwer bemängelt wurden zu häufige Personalwechsel in der Betreuung.

Auch mehr Teilnahme speziell an den Planungsgruppen wird dringend gewünscht, und deren Ausbleiben bemängelt. Wir überlegten auch gemeinsam, dass es aber eben auch schwierig ist, eine Kontinuität mit den verschiedenen Erkrankungen zu vereinbaren, die die Klienten mitbringen.
Weitere Ideen für Projekte und Aktivitäten sind:

  • Was mit Sport
  • Körperliche Betätigung
  • Klienten Workshops ( z.B. von Klienten für Klienten)
  • Mehr Gruppenaktivitäten
  • Trialogische Gespräche

    (Was ist ein Trialog? In einem Trialog begegnen sich drei Gruppen: Krankheitserfahrene (Patienten), Angehörige und beruflich Helfende.)


Die VIA AG „Perspektivwechsel“ des 03.09.2018 fand in der BTS (Beschäftigungstagesstätte) in der Neuköllner Bruno-Bauer-Straße 11 statt.

Aktuelle Termine kannst du in der Infobox finden und vergangene Termine im Archiv.

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