Ich habe bis zu meinem 18. Lebensjahr bei meiner Mutter gewohnt. Meine Eltern haben sich getrennt und geschieden als ich sechs war. Ich habe mich für meine Mutter entschieden, weil ich mit ihr besser klar kam als mit meinem Vater. In der dritten Klasse bin ich mit ihr von Wedding nach Steglitz gezogen. Ich bin in Steglitz bis zur 8. Klasse auf die Realschule gegangen und habe danach ein Aufbaugymnasium bis zur 10. Klasse besucht. In der 11. Klasse bin ich auf mein „Traumgymnasium“, die Beethoven Schule in Lankwitz gegangen. Ich hatte meine erste Freundin kennengelernt und habe mit ihr angefangen zu kiffen. Ich bin nicht mehr regelmäßig zur Schule gegangen und habe mich immer vom Arzt krankschreiben lassen und bin in der Schule nicht mehr am Ball geblieben. Ich habe es nur bis zur 12. Klasse geschafft und hatte dann nicht mehr genug Punkte für das Abitur.

©Kirca

Als ich bei meiner Mutter gegen den Schreibtisch getreten habe, weil ich nichts zu rauchen hatte, hat meine Mutter mich auf die Straße geworfen. Damals war ich schon volljährig. Ich bin in ein Obdachlosenheim und danach in ein Übergangswohnheim in Wedding vom internationalen Bund gekommen. Mein Vater hat mich dort rausgeholt und mir meine erste eigene Wohnung in Neukölln verschafft. Schon als ich mit meiner ersten Freundin gekifft hatte, hatte ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt mit mir.  Da ich nun weiter gekifft hatte, habe ich eine Psychose bekommen und meine erste Wohnung zerstört und bin das erste Mal mit richterlicher Betreuung in die Psychiatrie in Neukölln gekommen.
Nun war ich wieder obdachlos und meine Betreuerin hat mir eine zweite Wohnung in Neukölln verschafft, in der ich betreutes Einzelwohnen von VIA hatte und dann eine dritte Wohnung, weil ich diese Wohnung auch wieder verwüstet hatte. Die vierte Wohnung habe ich zwar nicht verwüstet, bin dann aber in die Forensik gekommen, weil ich meinen Vater auf dem S-Bahnhof auf Psychose bespuckt hatte und er mir vorgeworfen hatte, dass ich probiert hätte, ihn vor die S-Bahn zu stoßen.
Ich war ein halbes Jahr in der „Bonnies Ranch“ (Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik), wurde aber mit einer hohen Entschädigung freigesprochen, da ich unschuldig war. Ich habe übers Internet meine zweite Freundin kennengelernt. Meine Betreuerin hat mir in Neukölln meine fünfte Wohnung verschafft, die ich wieder auf Psychose auseinander genommen habe, weil ich dachte, das Haus sei eine moderne Burg und ich hatte vor die Burg abzubauen und kam wieder in die Psychiatrie.
Danach war ich wieder obdachlos und kam wieder in ein Obdachlosenheim und von dort aus ins betreute Wohnen von VIA in der Glasower Straße und habe in zwei 2er WGs insgesamt sechs Jahre gewohnt. Jetzt habe ich mir eine eigene, sechste Wohnung gesucht und durch das Büro für Sozialplanung  eine schöne Wohnung in Lichtenberg im Erdgeschoss bekommen, wo es aber sehr laut ist. Man hört die Bewohner des Hauses  durch die Haustür kommen und wie sie an die Briefkästen gehen und der Bus hält genau vor dem Fenster und die Nachbarn über mir hören sich so an, als ob sie gleich durch die Decke kommen.
Ich bin auch nicht mehr bei VIA , da VIA in Lichtenberg nicht betreut. Ich bin zu Pinel gewechselt und habe mit diesem Träger betreutes Einzelwohnen. Inzwischen bin ich lange stabil und habe eine Suchtherapie erfolgreich beendet und kiffe nicht mehr. Ich habe auch eine Psychotherapie erfolgreich beendet und habe eine Musiktherapie im Klinikum Neukölln gemacht. Seitdem ich in der Glasower Straße gewohnt hatte, gehe ich in den AktionsRaum und beantragte kürzlich das persönliche Budget, um weiter in den AktionsRaum gehen zu können und auch weiter Artikel für den VIA- Blog zu schreiben.

Patrick Jänke

3 Kommentare

  1. Ich habe deine Geschichte mit großem Interesse gelesen. Was machst so den ganzen Tag?

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    1. Ich bin noch viel in meiner alten Gegend in Neukölln und besuche oft alte Nachbarn. Ansonsten nehme ich die Angebote von meinem neuenTräger wahr, wie Sport und die Kontakt- Beratungsstelle in Lichtenberg und höre gerne Musik und sammle leidenschaftlich die Berliner Verkehrsblätter.

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  2. Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut verläuft. Du musst gut auf dich achten.

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