Foto: Köhler

Ein Baum stellt seine Existenz nie in Frage.

Er weiß nur, dass er ist.

Er fühlt es, wenn die Sonne aufgeht;
sie ihre lebensspendenden Strahlen Wärme schenkend über Ihm ausgießt.
Er spürt es, wenn es Winter wird und die erste Kälte
seine wenigen vom Herbst verbliebenen Blätter zu kleinen Kunstwerken aus Kälte gefriert.

Nun sieht der Baum das alles und weiß dabei, dass er es nicht ändern kann.
Aber im Gegensatz zu uns bekümmert es den Baum nicht,
dass er manche Dinge eben nicht ändern kann.

Die Tage kommen und die Tage gehen
und manchmal sind es gute
und ab und an auch schlechte
Tage für unseren Baum.

Der Baum, wennselbst zerschlagen vom ärgsten Frühjahrssturm,
wächst immer weiter und weiter.
Er kennt es nicht anders.
Er weiß nichts von Verharren oder Aufgeben,
denn davon hat ihm niemand jemals etwas erzählt.

Er wittert alles aus.
Denn noch eines weiß der Baum gewiss:

Nach jeder Nacht wird wieder ein Tag kommen
und nach jedem Regen neuer Sonnenschein.

© Steven Auth, 22.07.2015, 02:50, Berlin

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