Sweet Dezember

Es wintert.
Schnee fällt und es ist kalt.
Der Winter ist da.
Menschen in warmen Mänteln mit Schals und Mützen
mühen sich ab durch die kalte Jahreszeit.

Es riecht nach Glühwein und Zimt.
Die Obdachlosen trinken heißen Kaffee.

Die Tage dauern kurz und Nächte werden von Frost beherrscht.
Zuhause in der Wärme ist es kuschelig und gemütlich.

Man schläft tiefer. Weiterlesen →Sweet Dezember

Reißfaden

Als ich dann aus dem Fenster sehe streift mein Blick flüchtig den Regen, der in wahrhaft kaskadenartigen Sturzbächen den Boden in einen Morast aus Schlamm und Blättern verwandelt, bevor er sich, wie üblich, auf die Aushänge an dem kleinen Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite fixiert, die Ich von hier aus zwar als interessantbunten Fleck sehen, aber nicht lesen kann. Es ist mir aber auch ziemlich egal, da ich ohnehin nur eine vorrübergehende Raststätte, eine bequeme Bank in der großen Wartehalle, zu der mein Leben geworden ist, ja, die es irgendwie schon immer war, suche.

In meinem Kopf herrscht Leere. Nicht die Art von Leere, die ein weißes Papier in eine Quelle der Inspiration verwandeln kann oder die angenehme Leere, die sich kurz nach dem ersten Überschwang eines gemeinsamen Orgasmus mit einem geliebten Menschen einstellt, sondern die Leere, die man am Ende eines langen Arbeitstages in sich fühlt, wenn man nach Hause kommt und niemand da ist, der bereits auf einen wartet.

Sanfte Gittarenklänge streichen durch mein Zimmer, durch mein Ohr. Jetzt gesellt sich eine wohlklingende, männliche Stimme hinzu, die kurz darauf von Geigen im tiefsten Moll gefolgt wird und die Beiden zusammen betupfen nun gemeinsam dieses kleine, zerbrechliche Arrangement mit einer sanften und dabei gleichzeitig doch geradezu herzzerreißenden Melancholie.

Wieder sehe ich nach draußen.

Wie gut ich diesen Ausblick kenne. Weiterlesen →Reißfaden

(R)Evolution

Foto: Köhler

(R)Evolution

Die Jahre des Leidens…
Was bleibt, sind lange Schatten.
Die Jahre des Krieges…
Wir können nun froh sein, dass wir sie nicht hatten.
Menschliche Erfahrung hat viele Gesichter,
Die Jahre … vorüber. Es bleiben Geschichten
Und schlichtestenfalls bleibt als übrig bestehen,
Dass all diese Jahre letzendes vergehen.
Was gelernt..?
Uns überlassen.
Es klingt von entfernt..
Niemand will wirklich hassen.
Und was bleibt ist ein Denkmal Weiterlesen →(R)Evolution

Wie ein Baum sein

Foto: Köhler

Ein Baum stellt seine Existenz nie in Frage.

Er weiß nur, dass er ist.

Er fühlt es, wenn die Sonne aufgeht;
sie ihre lebensspendenden Strahlen Wärme schenkend über Ihm ausgießt.
Er spürt es, wenn es Winter wird und die erste Kälte
seine wenigen vom Herbst verbliebenen Blätter zu kleinen Kunstwerken aus Kälte gefriert.

Nun sieht der Baum das alles und weiß dabei, dass er es nicht ändern kann.
Aber im Gegensatz zu uns bekümmert es den Baum nicht,
dass er manche Dinge eben nicht ändern kann. Weiterlesen →Wie ein Baum sein