Was erleben wir auf unserem Arbeitsweg, wenn wir unsere Wahrnehmungskanäle öffnen?

… so in etwa war unsere „Hausaufgabe“; und hier unsere gesammelten Werke in Bild und Wort:

Arbeitsweg mit Musik

Ich kam heute früh wieder aus der Tür meines Hauses und erfreute meine Lunge mit der frischen Stadtluft. Die im Vergleich zur trockenen Heizungsluft meines Zimmers trotz der Kälte, wie eine Sommerbrise bei mir ankam. Dann machte ich mich auf den Dreiminutenweg von meiner Haustür zum S-Bahnhof. Vor der ersten Ecke hatte ich mir schon meine Sonykopfhörer über den Kopf gestülpt und damit meine Realitätswahrnehmung stark eingeschränkt, weil ich nur noch bassreiche Technomusik höre. Der Rest des Weges war für mich deswegen wie eine Halluzination, die an mir vorbeizieht bis zum Supermarkt am Südkreuz. Dort kaufte ich mir ein Getränk und nahm aus Höflichkeit der Kassiererin gegenüber, meine Kopfhörer kurz ab. Daraufhin ging ich wieder über den Bahnhof und dann zur Werkstatt.

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Ein Künstler auf der Suche

Ich zeichne aus Liebe und dem Bedürfnis, eine Botschaft zu vermitteln. Ich bin auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht weiß, was es ist.  – Ahmet Kirca

Ahmet Kirca hat bereits über 100 Bilder gezeichnet, die meisten davon malte er in seinem Zimmer und nur schätzungsweise 20 Werke im Atelier des Zentrums AktionsRaum. Auf Leinwand oder Papier malt der Künstler Menschen und Begebenheiten, die er erlebt oder miterlebt hat. Andere Motive wiederum entstanden aus seiner Fantasie, aus einem Gefühl heraus, berichtet Ahmet Kirca.

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Impressionen der Resonanzerfahrung

Impressionen der Resonanzerfahrung
Zur Ausstellung am 18.10.2018

Zur Orientierung mag noch erklärt werden, dass ich die Zeit der Ausstellung mittendrin mit einem Klemmbrett, Papier und Stift verbrachte und das Folgende im Verlauf darnieder schrieb.

Herrn Sternbecks Neugierde
„Was machen Sie jetzt?“, ich: „Stimmungen einfangen“
„find ich gut“
Herr Sternbeck zufrieden lächelnd, gehend

CHF_6236Unbekannter Herr:
Erzählt (auf Nachfrage): Er sei grad angekommen, war eben im Maschinenraum.
Dann Herr Sternbeck aus dem Schleifraum kommend
„Wollen Sie gleich hier rein, der Gegensatz – ist beeindruckend – wie es sich anhört!“
Unbekannter Herr geht in den Schleifraum

CHF_6178


Mal mehr mal weniger Leute in den Räumen, auf dem Gang – gemächlich, neugierig

Unbekannter Herr wieder aus dem Schleifraum
„Beim Vortrag, toller Input, fands gut – fands hilfreich, um die Infoaufsteller besser zu verstehen.
Ansonsten schöne Installationen hier in der Werkstatt.“ Weiterlesen →Impressionen der Resonanzerfahrung

AG „Perspektivwechsel“

AG „Perspektivwechsel“ 03.09.2018  und das erste Vorbereitungstreffen zur Wanderung

Im „Perspektivwechsel“ des 03.09.2018 schauten wir uns noch vor Beginn zu 16 Uhr erstaunt an und um, um uns von der Teilnehmerzahl zu überzeugen.Wir waren zu fünft.
Ein kurzer Austausch genügte um festzustellen, dass alle mit mehr Teilnehmern rechneten. Sämtliche Moderatoren waren krank, potenzielle Interessenten waren anderweitig eingespannt – leichte Zweifel um die Sinnhaftigkeit des Treffens kamen in mir auf. Wir wollten uns trotzdem kurz zusammensetzen, wenn wir doch schon mal da sind.

Und wir konnten die Zeit ordentlich füllen.

Frau Kanter und ich repräsentierten vor allem den Blog, was Frau Kanter auch ausführlich meisterte. Neben den Themen, die hätten besprochen werden können, interessierte mich auch brennend wie VIA eigentlich von innen aussieht. Hier bei VIA gehe ich über eine Heilmittelverordnung zur Ergotherapie und dreimal die Woche in die Aktionsfelder, aber mehr habe ich auch nicht mit VIA zu tun und werde über die Pinel gGmbH betreut. Daher war es besonders spannend zu erfahren, dass besonders Gruppen von, für und mit Klienten initiiert werden. Nicht nur Ideen, Anregungen, sondern auch die Planung beruhen mitunter eben auch auf das Tun der Klienten. Mich begeisterte dieses Konzept sofort.

Wie verlief das Treffen zur AG „Perspektivwechsel“

Wir setzten uns in den Gruppenraum in einen kleinen Kreis zusammen und besprachen zuerst das wichtigste Thema: die „Selbstläufer“ und ihre 1. Wanderung.

Mit „Alle wollten was machen“ und „von der Couch kommen“ waren einst die ersten Gedanken zur Wanderung getan. Weiterlesen →AG „Perspektivwechsel“

Meine eigenen Wohnungen

Ich habe bis zu meinem 18. Lebensjahr bei meiner Mutter gewohnt. Meine Eltern haben sich getrennt und geschieden als ich sechs war. Ich habe mich für meine Mutter entschieden, weil ich mit ihr besser klar kam als mit meinem Vater. In der dritten Klasse bin ich mit ihr von Wedding nach Steglitz gezogen. Ich bin in Steglitz bis zur 8. Klasse auf die Realschule gegangen und habe danach ein Aufbaugymnasium bis zur 10. Klasse besucht. In der 11. Klasse bin ich auf mein „Traumgymnasium“, die Beethoven Schule in Lankwitz gegangen. Ich hatte meine erste Freundin kennengelernt und habe mit ihr angefangen zu kiffen. Ich bin nicht mehr regelmäßig zur Schule gegangen und habe mich immer vom Arzt krankschreiben lassen und bin in der Schule nicht mehr am Ball geblieben. Ich habe es nur bis zur 12. Klasse geschafft und hatte dann nicht mehr genug Punkte für das Abitur.

©Kirca

Als ich bei meiner Mutter gegen den Schreibtisch getreten habe, weil ich nichts zu rauchen hatte, hat meine Mutter mich auf die Straße geworfen. Damals war ich schon volljährig. Ich bin in ein Obdachlosenheim und danach in ein Übergangswohnheim in Wedding vom internationalen Bund gekommen. Mein Vater hat mich dort rausgeholt und mir meine erste eigene Wohnung in Neukölln verschafft. Schon als ich mit meiner ersten Freundin gekifft hatte, hatte ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt mit mir.  Weiterlesen →Meine eigenen Wohnungen

Eckhard, erzähl mir mehr – Teil II des Interviews

In wenigen Tagen wird das VIA Zentrum AktionsRaum zu einem offenen Erfahrungsraum. Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mit Eckhard Schwarzenberger wie die Idee zur Ausstellung entstand, warum es bei einem solchen Projekt auf gute Teamarbeit ankommt, lesen sie außerdem von besonders berührenden Momenten und werden Sie neugierig auf die Erfahrung des kontrollierten Kontrollverlustes.

Wie kam die Idee des Konzepts zustande?

Das Konzept entwickelte sich aus einer Ideenfindung, die wir gemeinsam als Team des Zentrums AktionsRaum während einer Sitzung hatten. Es war eines der seltenen Momente, in der ein Team in eine Erfahrung kommt, die am besten mit den Begriffen Flow oder eben Resonanzerfahrung beschrieben werden können. Marie-Louise Herrmann hat das ganz schön im Katalog, der zur Ausstellung erscheint, beschrieben. Diese damals geborene Idee nach und nach zu einem Konzept weiterzuentwickeln und in konkrete Rauminstallationen, eine künstlerische Gestaltung zu überführen war dann meine Aufgabe. Ich konnte dabei vor allem auf Klient*innen aus dem Aktionsfeld Foto und Digitales Design bauen. Denn die Interviews, Filme und Tonaufnahmen wurde alle hier gefertigt. Zudem haben wir mit Luisa Wein, Maria Schwarzenberger, Amine Bedia und Karsten Giertz ein wunderbares Team gebildet, dass das Ganze nun realisiert. Und die anderen Kolleg*innen vom Zentrum AktionsRaum halten uns dafür den Rücken frei, eine ganz ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Wie lange haben die Vorbereitungen zu der multimedialen Installation gedauert? Weiterlesen →Eckhard, erzähl mir mehr – Teil II des Interviews

Erzähl mir mal was – Eckhard Schwarzenberger

Die Woche der seelischen Gesundheit rückt näher und im Zentrum AktionsRaum dauern die Vorbereitungen für den 18. Oktober noch an. Vieles aber ist auch schon geschafft. Vorab zur Ausstellung haben wir Eckhard Schwarzenberger (organisatorische Leitung und Kurator) einige Fragen gestellt und interessante Antworten erhalten. Lesen Sie heute von starken Geschichten, vom innerlichen Mitschwingen und von Räumen, die Sie einladen, etwas zu erfahren.

Eckhard, die Ausstellung lädt ein unter dem Titel: Erzähl mir mal was – Resonanzserfahrungen im Zentrum AktionsRaum. Was darf man sich darunter vorstellen?

Wir bilden unsere Identität indem wir unser Leben als Geschichte erzählen. Diese Erzählung muss zuallererst uns selbst überzeugen. Wir bringen darin die Ereignisse unseres Lebens in einen sinnvollen Zusammenhang. Ob sie immer mit historischen Fakten übereinstimmt ist dabei zweitrangig. Denn unsere Erinnerung arbeitet konstruktiv. Es geht eher darum, welche Bedeutung wir den Ereignissen und Erfahrungen geben.
Was für Individuen gilt kann auch auf Institutionen und Organisationen übertragen werden. Starke Geschichten machen starke Identitäten. Wir glauben, dass das Zentrum AktionsRaum in seiner jungen Geschichte schon eine starke Erzählung entwickelt hat. Diese wollen wir in der Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen.

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